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Das Tun… Mutbürger, Buchvorstellungen… Transition

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„Mutbürger“ treten 2013 an

18.10.2012 | 18:23 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Die Plattform mehrerer Gruppen bereitet sich auf Kandidatur im Bund und in Niederösterreich vor.

Aus dem Archiv:

Wien. „Presse“-Kolumnistin Anneliese Rohrer hat 2011 den Anstoß gegeben – mit den damaligen „Wutbürger“-Stammtischen gegen die verkrusteten politischen Strukturen in Österreich. Ein Teil der Stammtischbesucher will nun selbst aktiv werden: Die „Mutbürger“-Plattform werde bei der Nationalratswahl im Herbst 2013 und bereits im März 2013 bei der niederösterreichischen Landtagswahl kandidieren. Das kündigten zentrale Vertreter wie Manfred Schärfinger vom „Mutbürger-innen“-Verein bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien an.

An der Plattform beteiligt sind weiters die „Gemeinschaft der Bürger-innen“, die „Generationen Partei Oesterreich“, der „Gemeindevertreter-Verband“, die Initiative „Human Way Österreich“, das „Bündnis Neutrales Freies Österreich“, die „Online-Partei Österreichs“ und die „Partei Österreich NEU“. Aus ihrem Kreis sollen etwa mit Internetumfragen die besten Kandidaten für die gemeinsamen Listen ausgewählt werden.

Zu den Zielen, die die Parteien und Initiativen einen, zählen mehr direkte Demokratie, mehr Selbstbestimmung, ein Ende des Klubzwangs und der Parteienherrschaft sowie der Kampf gegen Schattenwirtschaft und Korruption. Aber: „Bei uns sind viele Meinungen zulässig und sogar erwünscht“, sagt Schärfinger. Warum der Zusammenschluss? „Wenn jede Initiative mit Herzblut nur 0,2 oder 0,5 Prozent holt, ist es besser, die Kräfte zu bündeln“, so der Initiator. Gemeinsam könne man sowohl in Niederösterreich als auch im Bund rund fünf Prozent holen – und somit in Landtag und Nationalrat einziehen, meint Schärfinger.

Zur Konkurrenz durch Unternehmer Frank Stronach und sein Team Stronach sagte Robert Moser von der befreundeten Initiative „WERT impulse“, man befürworte deren Antreten: „Stronach hat das Feld für neue Gruppen eröffnet.“ Der Milliardär stehe auf zwei Beinen, „wir stehen auf vielen“ – man sei für zahlreiche weitere Partnerschaften offen. Als Nächstes will die „Mutbürger“-Plattform ihr Programm definieren.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 19.10.2012)

Danke der Presse für diesen erfreulich sachlichen und fundierten Artikel!

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1302796/Mutbuerger-wollen-bei-Nationalratswahl-antreten

„Mutbürger“ wollen bei Nationalratswahl antreten

18.10.2012 | 13:30 |   (DiePresse.com)

Mehr als zehn Parteien haben sich zu der Wahlplattform zusammengeschlossen. Die Partei von Frank Stronach sehen sie nicht als Konkurrenz, sondern als „Wegbereiter“.

„Die Mutbürger in Österreich“ nennt sich eine Wahlplattform, zu der sich mehr als zehn Parteien, Bürgerinitiativen und Bewegungen zusammengeschlossen haben. Sie will 2013 bei der Landtagswahl in Niederösterreich und bei der Nationalratswahl antreten. Am Programm wird noch gearbeitet. Jedenfalls sollen die Werte „Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Freiheit“ vertreten werden, angestrebt wird eine „neue politische Kultur“ mit breiter Bürgerbeteiligung, betonte Robert Moser am Donnerstag bei der Präsentation in Wien.

Mitglieder bzw. Partner der „Mutbürger“ sind unter anderem der suspendierte WU-Professor Franz Hörmann mit seiner Bürgerinitiative „Human Way“, die Generationenpartei, das Bündnis Neutrales Freies Österreich (NFÖ), die Onlinepartei Österreichs (OPÖ), die Partei Österreich NEU (Öneu), die Gemeinschaft der Bürger-innen, der Gemeindevertreter-Verband, der „Mutbürger-innen“-Verein, die Initiative „Recht auf professionelle Politik“, die Bürgerinitiative Kinderrechte und Willwaehlen.at.

Im Gespräch sei man auch mit der niederösterreichischen Piratenpartei, der Christlichen Partei Österreichs des 2010er-Präsidentschaftskandidaten Rudolf Gehring und „neos“ (Das neue Österreich), hieß es am Donnerstag.

„Miteinander Kräfte bündeln“

Zweck der „Mutbürger“ ist, „miteinander die Kräfte zu bündeln, um bei Wahlen zu gewinnen“ – und Bürgern die Möglichkeit zu geben, unabhängig von einer Parteimitgliedschaft zu kandidieren, erläuterte Moser. Dabei gab er sich zuversichtlich: Bei der Gemeinderatswahl in Krems am 7. Oktober habe man die Liste UBK (Unabhängige Bürger für Krems) unterstützt, die auf fast fünf Prozent und zwei Mandate kam.

Dies werde auch bei der NÖ-Landtagswahl im kommenden Frühjahr und bei der Nationalratswahl zu schaffen sein, so Moser. Wobei freilich als erste Hürde die Unterstützungserklärungen für einen Antritt – 50 in jedem der 21 Bezirke in NÖ, 2600 österreichweit für den Nationalrat – gesammelt werden müssen.

Stronach ist „Wegbereiter“, keine Konkurrenz

Die Stronach-Partei wollte Moser „nicht als große Konkurrenz“ sehen, sondern als Wegbereiter für neue Listen und möglichen Partner dafür, nach der Wahl Österreich gemeinsam neu zu gestalten. Stronach habe zwar mehr Geld, räumte er ein, aber dafür „nur zwei Beine, wir haben viele“.

Vorerst arbeiten die „Mutbürger“ noch an Programm und Strukturen, um die vielen Gruppierungen unter einen Hut zu bringen. Die große Meinungsvielfalt stört sie dabei nicht, „andere Meinungen sind zulässig, sogar erwünscht“, betonte Manfred Schärfinger vom Verein Mutbürger. So werde es auch keinen Klubzwang geben – und die Kandidatenlisten will man mit breiter Bürgerbeteiligung über ein Vorwahlsystem erstellen. Das Programm soll dann gemeinsam mit den Kandidaten erarbeitet werden.

(APA)

Danke der Presse für diesen erfreulich sachlichen und fundierten Artikel!

Miteinander Bürger gewinnen, MANZ, 2008

http://www.sein.de/editionsein/das-new-age-manifest/das-new-age-manifest-7-sich-selbst-transformieren-um-die-welt-zu-transformieren.html

Das New-Age-Manifest

Die Krise und Chance der New-Age-Bewegung

von Shay Tubaly

Die New-Age-Bewegung – oft mit kaum mehr assoziiert als Hippies, Räucherstäbchen und sphärischer Musik, ist weit bedeutsamer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Sie ist eine der vielen großen Revolutionen des 20 Jahrhunderts und steht den anderen in Tragweite und Bedeutung an nichts nach. Sie ist nicht weniger, als ein fundamentaler Umbruch zu einer neuen westlichen Spiritualität, gekennzeichnet durch einen selbstbestimmten, unabhängigen und direkten Kontakt zum Göttlichen – eine umwälzende Revolution für die westliche spirituelle Welt, die über Jahrhunderte von großen Religionen dominiert war.

Aber die New-Age-Bewegung konnte ihr enormes Potenzial nicht erfüllen, die unglaubliche Chance wurde nicht ergriffen. Wo ist sie stecken geblieben? Wo wurde ihre revolutionäre und evolutionäre Energie verwässert und verzerrt?

Diese Artikel-Serie möchte die Krise und die Herausforderungen der New-Age-Bewegung untersuchen und den Blick freimachen für einen Weg aus der Krise und zu neuen Höhen – hin zu einer authentischen und reifen westlichen Spiritualität.

Ab Freitag 07.09.2012 erscheint alle zwei Wochen eines von 11 Kapiteln, die Anfang 2013 als komplettes Buch kostenlos heruntergeladen werden können.

Exklusiv auf Sein.de!

Themen

  • Warum die New-Age-Bewegung eine der wichtigsten Entwicklungen des 20 Jahrhunderts ist
  • Wie der Bruch mit den alten Traditionen der Erleuchtung Befreiung, aber auch Chaos und Verwirrung brachte
  • Wie wir durch die New-Age-Bewegung zu hypersensiblen, selbstbezogenen Narzissten wurden
  • Wie wir unabhängig wurden, ohne aber Verantwortung zu übernehmen
  • Wie New-Age zur Weltflucht wurde
  • Wie Bequemlichkeit und Kommerz die Bewegung ruinierten
  • Wie eine feminine Spiritualität der „Akzeptanz“ entstand, die das Männliche nicht integrierte
  • Wie die unteren drei Chakren ignoriert wurden, was zu Instabilität und Abgehobenheit führte
  • Die große Verwirrung zwischen einer Spiritualität der Verbesserung und wirklicher Transformation
  • Warum es ein Fehler war, das westliche wissenschaftliche Denken abzulehnenu.v.m.

Artikel dazu:

http://www.sein.de/editionsein/das-new-age-manifest/das-new-age-manifest-7-sich-selbst-transformieren-um-die-welt-zu-transformieren.html

Das New-Age-Manifest (7) – Sich selbst transformieren, um die Welt zu transformieren

Vor kurzem hat eine Freundin von mir an einer intensiven, eintägigen spirituellen Zusammenkunft teilgenommen. Nachdem eine ausgiebige Zeit der Besinnung und Meditation ihr Ende gefunden hatte, und der Raum mit dem Duft der spirituellen Höhen getränkt war, fragte sie die anderen Teilnehmer: „Habt ihr nicht das Gefühl, dass es nicht ausreicht, in diese Zustände, die sich so gut anfühlen, einzutauchen – sollten wir sie nicht in irgendeiner Weise an Menschen mit Kummer weitergeben, wie zum Beispiel an die hungrigen Flüchtlinge in unserem Land?“
Alle starrten sie erst einmal verblüfft an, dann anworteten sie: „Wie kannst du nach diesem wundervollen Workshop noch so konzepthaft denken?“

Wie sind wir bloß in eine solch seltsame und missliche Lage geraten, in der ein überfließendes spirituelles Herz als „konzepthaft“ empfunden wird? Wie kommt es, dass wir uns zwar endlos in schönen spirituellen Erlebnissen schwelgen können, dies aber nicht zur Folge hat, dass unsere Herzen mitfühlend werden und wir uns aktiv engagieren, obwohl dies eigentlich ein direktes, organisches Ergebnis eines höheren Bewusstseins ist? Ist es nicht der natürlich Lauf aller Dinge, dass das Durchbrechen aller Grenzen der Individualität dazu führt, dass man sich ungeheuer stark für das Gemeinwohl verantwortlich fühlt?

Ja, ich denke, es ist natürlich, dass du, wenn die ausgeprägten Schranken zwischen der Welt als Ganzem und dir selbst nicht mehr da sind, ungemein verletzlich und empfänglich für den Zustand der ganzen Welt wirst. Aber selbst während der explosiven Erlebnisse dieses Einheitsgefühls schützen wir in der New-Age-Bewegung uns unbewusst weiter. Der Grund dafür ist in meinen Augen eine fatale Kombination aus einer kollektiven narzisstischen Epidemie – einer wesentlichen Nebenwirkung postmoderner Individualität – und, esoterischer gesprochen, unseren unausgeglichenen drei unteren Chakren.

Teilnahmslose Beobachter

Die westliche spirituelle Bewegung ist erstaunlich kraftlos und passiv, sie betrachtet den Strom der Welt wie ein Beobachter von außen. Wir sind ganz wie das allzu verletzliche und fast autistische Kind, das leer aus dem Fenster guckt und mit Dingen in seiner Vorstellung spielt, während der Rest der Klasse ins Lernen und Kontakte knüpfen vertief ist. Die ganze Welt wirbelt in einer gewaltigen kreativen Geschäftigkeit, während unsere abgehobene Bewegung irgendwo am Rand des westlichen Lebens verweilt.

Einerseits steht sie, aufgrund ihrer losen Verbindung mit sowohl der östlichen als auch der westlichen philosophischen Abstammungslinie, auf einem völlig instabilem Boden, aber dies ist nicht der primäre Grund. Wie ich bereits früher in dieser Serie herausgestellt habe, liegt die tiefste Wurzel dieser Apathie meiner Meinung nach darin, dass die Motivation, die diese Bewegung antreibt, gerade eine Flucht vor der wichtigsten Berufung im Lebens ist.

Gestützt von dem ohnehin narzisstischem Charakter des vormodernen Individualismus steht unsere Bewegung auf dem instabilen Grund der drei unausgeglichenen unteren Chakren. Solange die drei unteren Chakren des Einzelnen nicht transformiert werden, solange wir die Herausforderungen dieser drei unteren Chakren übersehen, fehlen uns notwendig die grundlegende Liebe zum Leben, leidenschaftliches Engagement und ein Selbst, das stark genug ist, um jedem Druck und jeder Forderung standzuhalten. Dies führt unausweichlich zu einer fehlenden Bereitschaft, tatsächlich hier zu sein, und als Resultat bilden sich allmählich raffinierte Formen des Fluchtverhaltens aus.

Die Flucht vor der Welt

Eine verbreitete Form des Fluchtverhaltens, die im sechsten Kapitel dieser Serie ausführlich besprochen wurde, ist die Entwicklung tröstender Konzepte und ebensolchem Aberglaubens. Indem wir aus einer konzeptualisieren Spiritualität und einem regressiven Wunschdenken Kraft ziehen, stellen wir uns vor, dass wir eigentlich gar nicht in diese Welt gehören, dass wir stattdessen mit einer anderen Zeit oder einem anderen Raum verbunden sind.

Eine zweite Form der Flucht, die im vierten Kapitel dieser Serie besprochen wurde, ist psychologische ‚Wehleidigkeit‘: Das Verwandeln der selbstlosesten Aktivität der Welt – spiritueller Entwicklung – in eine narzisstische, selbstsüchtige Handlung. Innerhalb dieses überpersonalisierten Konzepts versinkt alles in eine selbstreflektierende Besessenheit hinein. Darin ist mein Handeln sogar wenn ich der Welt helfe nur eine Reflektion meines inneren Prozess und kann ausschließlich diesem Zweck dienen. Wie ich bereits zuvor herausgestellt habe, ist Narzissmus selbst generiert und schafft endlos zahllose neue Neurosen, die wiederum ihren eigenen Prozess der ‘Heilung‘ erfordern.

Zudem gibt es die Tendenz in Richtung der ‚femininen‘ Aspekte der östlichen Spiritualität, während die überaus wichtige Betonung bewusster, eigener Anstrengung und Selbstüberwindung übersehen wird. Wie im zweiten Kapitel dargestellt wurde, sind ehrbare Qualitäten wie Hingabe und Akzeptanz zu einer effizienten Form des Vermeidens geworden. Indem wir in der allzu entspannten Vorstellung des ‚es gibt nichts zu tun und es gibt kein Ziel‘ schwelgen, haben wir es geschafft, den Tiefen der spirituellen Verantwortlichkeit zu entgehen. Darüber hinaus gibt es immer einen gut versteckten Wunsch, der Welt zu entsagen und sich in ein klösterliche Lebensweise zurückzuziehen. Dies ist natürlich eine trickreiche Form der Selbsttäuschung, da wir nicht tatsächlich zur vollen Entsagung bereit sind – wir würden gerne weiterhin sämtlichen westlichen bürgerlichen Komfort genießen. Nur so ist es möglich, zwischen den beiden Welten zu existieren, uns in keiner von beiden hervorzutun und fortwährend tagzuträumen.

Wachstum = Verantwortung

Indem wir abgeschieden von der Realität bleiben und in den fernen Randgebieten der Gesellschaft leben widerstehen wir unserem Wachstum, da mit dem Wachsen (wie wir unbewusst erkennen) eine neue Verantwortung einhergehen würde; schließlich ist spirituelle Wachheit gleichbedeutend damit, dass man das Gewicht der ganzen Welt auf seine Schultern nimmt. Aber wer will das schon, wenn er das Leben nicht mag und es vorziehen würde, in anderen, idealistischeren Dimensionen zu schweifen? Diese angstvolle Geringschätzung des Lebens kann niemals durchschaut und überwunden werden – außer, wir lernen mit Hilfe einer sinnvollen spirituellen Therapie, einem breiteren Kontext und ernstem spirituellen Tiefgang, uns fest auf unsere unteren drei Chakren zu stützen. Der Haken ist natürlich der, dass mit den unausgeglichenen unteren drei Chakren stets der Unwille einhergeht, genau dieser Herausforderung ins Gesicht zu sehen.

Sobald aber unsere drei unteren Chakren stabil sind, können wir auf einmal bewusst an dem gewaltigen Vorhaben des westlichen Geistes teilnehmen. Wir könnten entdecken, dass es für uns nichts Seltsameres geben kann, als in der Peripherie der westlichen Welt zu verbleiben – besonders angesichts der Tatsache, dass gerade die spirituellen Menschen im Westen einen erstaunlichen Betrag leisten könnten, ja dass sie sogar dazu bestimmt sind, einige der entscheidenden Schlüssel für die weitere Entwicklung der Menschheit weiterzureichen.

Eine grundsätzliche Wahrheit spiritueller Transformation muss für uns dann offensichtlich sein: Das einzig konkrete Zeichen des mystischen Zerbrechens aller Grenzen des Selbst ist eine leidenschaftliche Hingabe an das Ganze; eine extreme Verletzlichkeit den Bedürfnissen des Lebens gegenüber. Diese authentische Verletzlichkeit tritt an die Stelle der selbstbezogenen Verletzlichkeit, die unser persönlicher emotionaler Fluss mit sich bringt.

Eine westliche Spiritualität

Dann, und nur dann, können wir das natürliche Erbe des westlichen Geists antreten und auch eine westliche Spiritualität entwickeln. In meinen Augen besitzen wir, wie in Kapitel drei erörtert wurde, noch keine eigene Spiritualität. Die östliche Spiritualität wurde dem westlichen Geist gegenübergestellt als wäre sie seine perfekte Antithese: Das ‚Tun‘ wurde dem ‚Nichts-Tun‘ unterworfen, das ‚Werden‘ wurde mit ‚Unbeweglichkeit‘ ersetzt, und so weiter. Gemeinsam mit einem großen Anteil kommerziellen Hypes wurde dies als das essentielle Wesen des Spirituellen etabliert.

Wir sollten daher die Grundlagen der Spiritualität in Frage stellen, und uns so unserer westlichen Neigung und unserem Schicksal bewusst werden. Wir sollten mutig im Innersten des westlichen Geists nachforschen, um sein wahres Wesen zu enthüllen, unsere Spiritualität dann entsprechend weiterentwickeln, und sie an unserer eigentlichen geistigen Umgebung orientieren – der westlichen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Der westliche Geist

Wie also sehen die Grundzüge einer westlichen Spiritualität tatsächlich aus? Man kann leicht feststellen, dass der Westen allgemein gesprochen deutlich extrovertierter ist und zu Objektivismus neigt, wohingegen der Osten eher introvertiert und subjektiv ist. Der Westen betont die Sinne und die Welt der Erscheinungen stark, zum Beispiel durch Technik (ständige Verbesserung des Lebens), Wissenschaft (die objektive Suche nach Wahrheit) und auch durch evolutionäres Lernen. Der Westen ist eine ununterbrochene Bewegung, ein Werden und Verändern, während der Osten eher zurückgezogen und unbeweglich ist. Es ist kein Zufall, dass der bekannte westliche Ausspruch „Sitz‘ nicht einfach nur da – tu etwas‘ von dem indischen Guru Osho spitzbübisch in einem seiner Buchtitel umgedreht wurde: ‚Tu nicht einfach irgendetwas- setz dich!‘

Die vormodernen Religionen des Westens neigen mehr zum Dualismus – der Beziehung zwischen Gott und der Seele – währen Nondualität, die Verschmelzung des Bewusstseins des Einzelnen mit der alles einschließenden Realität in den östlichen Religionen wesentlich mehr hervorsticht. Beachtenswert ist zudem, dass die östliche Spiritualität häufig durch das ‚ewige Lächeln‘ charakterisiert wird, während die Geschichte der westlichen Religionen deutlich mehr Frustration, Wut und Rebellion enthält, und dazu den Versuch, Politik und soziale Strukturen zu beeinflussen (man denke nur kurz an Moses, Jesus und Mohammed im Kontrast zu Buddha, Konfuzius, Lao Tse und Adi Shankara).

In Osten hat man eine in gewisser Weise deterministische Position dem externen Fluss der Ereignisse gegenüber, während der Westen recht hartnäckig einen anti-deterministischen Standpunkt gezeigt, und immer wieder den eigenen Willen und die freie Wahl betont hat.

Im allgemeinen tendiert der östliche Geist nicht zu Richtungen, einem letzten Ziel oder einem Bestimmungsort. Das Zeitgefühl ist meistens zyklisch, und wenn es überhaupt so etwas gibt, besteht das Endziel darin, dem sinnlosen Fluss des Wechsel zu entkommen, um sich in reinen Geist aufzulösen.

Dies hat natürlich einer entsprechenden Atmosphäre in der New-Age-Bewegung Vorschub gegeben, in der es kein Ziel und keine Richtung gibt, da der Prozess selbst das Ziel ist; die Wahrnehmung von Zeit als Evolution zerfällt in den Absolutismus des ‚Hier und Jetzt‘ und saugt jede mögliche Zukunft in ein gleichgültiges und entspanntes Nichts hinein. Da die Vorstellung des ‚was jetzt gerade ist‘ und der niemals endende Prozess des Lernens als Selbstzweck verstanden werden, wird das Gefühl einer Vorwärtsbewegung ausgelöscht. Aber im Westen, der mit dem Gefühl (und dem Wissen) der Evolution getränkt ist, ergibt es keinen Sinn, weder Richtung, noch Zweck, noch einen bedeutsamen ‚Punkt Omega‘ zu haben.

Weltverändernde Spiritualität

Während der Kontext des östlichen Geists im allgemeinen persönlich und subjektiv ist (das Erlösen der Seele aus dem Zyklus von Geburt und Tod) erfreut sich der westliche Geist daran, sämtliche Prozesse mit einem objektivem Blick zu betrachten, und selbst einen höchst innerlichen Prozess auf wissenschaftliche Weise lediglich als Ausdruck eines sehr viel allgemeineren Prozesses zu sehen. Die subjektive Wahrheit mit dem Status der absoluten Wahrheit zu versehen passt deshalb nicht zu unserem grundlegenden Design. Beispielsweise muss die Aussage des östlichen Geists ‚alles ist in Ordnung‘ einem stark engagierten und aktiven Geist seltsam vorkommen- wie kann ‘alles in Ordnung‘ sein, wenn alles eindeutig nicht in Ordnung ist?!

Für den wahren westlichen Geist ist eine Spiritualität, die sich aus dem Satz ‘alles ist dem Ordnung‘ nährt, eine tote Spiritualität. Eine westliche Spiritualität sehnt sich nach einer sozialen Rolle; sie hat einen aktiven Part im System der Welt, und sie kann der Gesellschaft nicht ihren Rücken zuwenden und dabei ‚alles ist in Ordnung‘ murmeln.

Was im Zusammenhang mit der östlichen Spiritualität voller Schönheit erscheint, kann im Kontext des westlichen Geists wie vollkommener Narzissmus wirken: Man stärkt sich an der Vorstellung individueller Erlösung, während das Haus in Flammen steht! Keinerlei Anteil an dem kreativen Vorhaben unserer Welt zu nehmen – und schlimmer noch, stolz darauf zu sein, keinen Anteil zu haben – ist das genaue Gegenteil des westlichen Geists.

Die neue Art, Realität und Wahrheit zu ignorieren, besteht in der Ignoranz der Tatsache, dass selbst der ‚persönliche‘ Akt der Erweiterung unseres Bewusstseins zum Wohle der Evolution unserer Gattung passiert. Hinzu kommt ein Vergessen der Tatsache, dass wir das persönliche Selbst allein deswegen transzendieren wollen, damit wir der Welt, dem Leben dienen können. Daher ist das Erwachen einer neuen Motivation und eines neuen Kontexts für unsere spirituelle Entwicklung – die Verwandlung unserer ‚persönlichen‘ Evolution in einen bewussten Beitrag – in meinen Augen ein essentieller Schritt in Richtung einer westlichen Spiritualität.

Übersetzung aus dem Englischen von Theresa Bauerlein

St. Virgil Salzburg, Ernst-Grein-Straße 14
Eventdatum:
10.11.2012

Training for Transition
Große Veränderungen in unserem Leben können eine zweite Chance sein

Samstag, 10. November 2012, 9.00 bis 18.00 Uhr
Sonntag, 11. November 2012, 9.00 bis 17.00 Uhr

Die Welt um uns ändert sich in rasender Geschwindigkeit. Klimawandel, strukturelle Wirtschaftskrise, drohende Ressourcenknappheit und keiner schaut hin? WissenschafterInnen, ManagementberaterInnen und SoziologInnen stellen fest, dass wir am Beginn eines gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Transformationsprozesses stehen, der uns in unbekanntes Terrain führt.

Viele Menschen suchen nach Wegen und Möglichkeiten, wie sie mit den sich abzeichnenden Veränderungen persönlich als auch gemeinschaftlich umgehen können. Der zweitägige Workshop “Training for Tranistion” bietet allen an Nachhaltigkeit Interessierten umfangreiche Informationen und praktische Übungen wie jeder von uns Wandelprozesse gestalten kann. Das Seminar verbindet Theorie und Praxis, Information und Übungen, inneren mit äußeren, sowie persönlichen mit gemeinschaftlichen Wandel.

Folder zur Veranstaltung: trainingfortransition2012 / www.virgil.at/transition

ReferentIn:

Ellen Bermann, zertifizierte Transition Trainerin, Nachhaltigkeitsberaterin, Mitbegründerin von “Transition Italia”.

Michael Hohenwarter, zertifizierter Transition Trainer, Unternehmensberater, systematischer Coach, Prozessbegleiter, http://www.zukunftsraum.at

Beitrag: € 150,- (ohne Aufenthaltskosten)
Begrenzte TeilnehmerInnenzahl (max. 30): Anmeldung erforderlich.
Anmeldeschluss: 26. Oktober 2012

Anmeldung und Zimmerreservierung:
St. Virgil Salzburg
Ernst-Grein-Straße 14
5020 Salzburg

+43 (0)662 65901-514
anmeldung [at] virgil.at
http://www.virgil.at

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